Übersäuerung durch die Ernährung: Mythos oder Wahrheit?

Was ist mit "Übersäuerung" gemeint und wie äußert sich diese?

Mit Übersäuerung werden meist nicht nur Schmerzen im Bewegungsapparat und den Gelenken, sondern auch im Magen und Reflux in Verbindung gebracht. 

Übersäuerung durch die Ernährung medizinisch betrachtet nicht möglich

Grundsätzlich hat der Körper einen Spielraum des pH Wertes im Blut. In jedem Fall muss dieser in diesem Bereich auch bleiben. Denn sonst kommt es tatsächlich zum Organversagen und Tot. Der Körper hat glücklicherweise genug Puffersysteme um zu viel Säure (z.B. durch die Ernährung auszugleichen). Da wäre die Lunge, die Niere und die Knochen und das Blut selbst. Zu viel Säure durch die Ernährung wirkt sich also grundsätzlich nicht auf den Blut-pH Wert aus. Allerdings kann es durch Erkrankungen zu eine lebensbedrohlichen Azidose kommen. Zum Beispiel bei Nierenerkrankungen, Lungenerkrankungen, Diabetes oder Sauerstoffmangel bei Schock oder Herzstillstand. Auch beim Sport säuert der Körper im aneroben (sauerstoffarmen) Bereich, allerdings nicht bis zum lebensbedrohlichen Zustand.

Übersäuerung in der Alternativmedizin

Hier ist eher von Leistungsschwäche, Müdigkeit, Gelenksschmerzen, Muskelschmerzen, Hautproblemen und Entzündungen die Rede. 

Existiert diese Übersäuerung nun überhaupt?

Die Antwort ist JEIN. Es ist nicht die klassische und lebensbedrohliche Übersäuerung wie oben erwähnt. Allerdings kann eine sehr saure Ernährung negative Auswirkungen auf unseren Körper haben. So müssen unsere Puffersysteme natürlich bei saurer Ernährung auch mehr arbeiten! Das belastet die Knochen, die Knorpel und das Bindegewebe, was zu Beschwerden in diesen Bereichen führen kann. Auch auf Rheuma, Gefäßerkrankungen und Entzündungen sowie Gicht, könnte eine ständige Säurebelastung durch die Ernährung negativen Einfluss haben. Aber auch andere Faktoren wie die Arachidonsäureaufnahme spielen hier eine Rolle.

Ist eine basische Ernährung also sinnvoll?

JA unbedingt. Auch wenn es keine merkbaren Beschwerden gibt. Denn sie schon unsere Gelenke, Knochen und den ganzen Organismus, schützt ihn durch eine ausreichende Mineralstoff und Vitaminzufuhr.

Basische Ernährung in der Praxis:

Kurz gesagt: Eiweiß wirkt sauer, Gemüse und Obst basisch. Auch wenn die Zitrone vielleicht sauer schmeckt, wirkt sie im Körper basisch. 

Basische Ernährung und low carb nicht vereinbar!

Wie ernähre ich mich nun basisch? Dafür gibt es Listen die den PRAL-Wert (potential renal acid load) wiedergeben. Er sagt aus wie sauer ein Lebensmittel ist. Werte im Plus Bereich sind sauer, im Minus Bereich basisch.

  • Eiweißreiche Lebensmittel (vor allem reich an Methionin und Cystein) wirken SAUER (z.B. in Fleisch!)
  • Mineralstoffreiche Lebensmittel (reich an Kalzium, Magnesium und Kalium) wirken basisch.

Saure Ernährung - eiweißreich, low carb und co.

Sehr eiweißreiche Ernährung ist sauer und lässt sich eigentlich kaum durch Gemüse und Obst abpuffern. Denn für 100g Fleisch sind ca. 300g Gemüse notwendig um die Säure zu neutralisieren. Bei einer low carb oder eiweißreichen Diät ist eine Abpufferung also sehr schwer. 

Milchprodukte: Sie enthalten zwar Eiweiß, allerdings aber auch so viel Kalzium, dass die Säurebelastung dadurch sehr niedrig ist. Außerdem wirkt sich das Kalzium positiv auf die Knochen aus. Außerdem enthalten sie weniger säurereiches Methionin und Cystein.

Kohlenhydrate/Vollkornprodukte/Hülsenfrüchte: Auch in Getreide ist natürlich etwas Eiweiß enthalten. Allerdings enthält dieses weniger säurefördernde Aminosäuren (Methionin und Cystein) als Fleisch. Deshalb wirken sich - vor allem Vollkorn- Getreideprodukte in Summe eher positiv aus. Denn sie liefern auch wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Basische Ernährung - Gemüse und Obst

Vor allem Gemüse und Obst wirkt basisch im Körper. Vorreiter ist Spinat mit einem PRAL-Wert von bis zu -14, wobei Karotten bei ca. -4 liegen. Man muss beachten, dass die Lebensmittel natürlich naturbedingten Schwankungen unterliegen.

Beachten Sie: Mit zu viel Obst erhöhen Sie auch Ihre Zucker und Fruktoseaufnahme. In Summe sollte es nicht zu viel werden. ca. 200-300g Obst pro Tag maximal.

Fazit:

Für eine basische Ernährung essen sie viel Gemüse und nur so viel Eiweiß, wie Ihr Körper benötigt. Schränken Sie vor allem Fleisch ein! Essen Sie ausreichend Vollkornprodukte um auf Ihre Energiemenge zu kommen.

Mit dem Ernährungs- und Risikocheck bekommen Sie auch die Säurebelastung der Ernährung auf Ihren Körper ausgeworfen. Mehr dazu hier: Ernährungs- und Risikocheck