Das hilft gegen Verstopfung!

Von Verstopfung spricht man ab weniger als 3 Stühlen pro Woche. Vermehrt sind Frauen betroffen. Meist kommt es gleichzeitig zu einem Unwohlsein, aufgeblähten Bauch der unansehnlich heraussteht. Gerade im Sommer kann man dies gar nicht gebrauchen.

Ursachen

Die Ursachen für Verstopfung sind vielfältig. Manchmal ist ein träger Stuhl schon ein genetisches bzw. veranlagtes Problem. Oft ist auch der Darm sehr eng geschlungen (vor allem bei sehr dünnen Personen), die Engstellen kann der Stuhl dann weniger gut passieren. Eine extrem fettarme Ernährung, ein meiden von Kohlenhydraten, eine unausgewogene Ernährung oder zu wenig Flüssigkeit können ebenfalls mitspielen. Je nachdem was bei einem selbst der Auslöser ist gestaltet sich dann auch der individuelle Lösungsansatz (siehe unten).

Vorsicht Spätfolgen!

Divertikulitis

Verstopfung ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu Erkrankungen führen. Durch den entstehenden Druck im Darm kann sich die Darmwand ausstülpen, es kommt zu Divertikeln (diese kann man sich wie kleine Säckchen vorstellen, die sich aus der Darmwand ausweiten). Divertikel können jahrelang keine Probleme verursachen und unentdeckt bleiben, sich aber auch irgendwann entzünden. Meist müssen dann Antibiotika verabreicht werden, in einigen Fällen ist sogar eine Operation notwendig.

Übrigens: 13% der unter 50-jährigen leiden an Divertikeln (häufig ohne es zu wissen), bei den über 50-jährigen sind es immerhin schon 30% also fast jeder dritte in der Bevölkerung.

Hämorrhoiden

Ein weiteres sehr unangenehmes Problem sind Hämorrhoiden. Durch den ständigen Pressdruck beim Toilettengang vergrößern sich die Gefäße um den Enddarm und es kann zu Blutungen und starken Schmerzen kommen. Auch hier muss operiert werden. Die Heilung ist langwierig und es kommt auch häufig zu erneutem Auftreten und Beschwerden.

 

Was hilft

Verstopfung entsteht meist durch ein zu geringes Stuhlvolumen. Je größer der Stuhl desto besser wird er im Darm weitergeschoben, da stärkere Reize auf die Darmwand einwirken und diese die rhythmischen Bewegungen die für die Weiterschiebung verantwortlich sind erhöhen. Außerdem wird durch ein höheres Stuhlvolumen der Druck im Darm weniger, was der Bildung von Divertikeln entgegenwirkt.

Praktisches Beispiel:

Vergleichen wir eine 2 Liter Flasche mit 0,5 Liter Cola Inhalt und eine 0,5 Liter Flasche mit derselben Menge an Cola – die 0,5 Liter Flasche wird beim Öffnen mehr zischen, da der Druck durch die Kohlensäure in dem kleinen Gefäß höher ist. Also je mehr Durchmesser/Fläche desto besser verteilt sich der Druck im Darm und richtet somit weniger Schaden an. Das führt uns zu

Lösungsweg Nr. 1:

  • Stuhlvolumen erhöhen!

Dies passiert durch Ballaststoffe und zwar am besten durch unlösliche, die im Darm quellen und bis zum Schluss nicht verdaut werden können. Sie erhöhen das Volumen am besten. Es eignet sich hierfür am besten die Kleie (Weizen, Hafer, Dinkel etc.). Danach kommen Leinsamen, Körner und andere Vollkornprodukte.

 

  • Kohlenhydrate in der Vollkornvariante nicht meiden:

Die Menge an unlöslichen Ballaststoffen, die durch Vollkornbrot und co. aufgenommen wird ist durch Gemüse kaum zu bewerkstelligen. Also bitte unbedingt ausreichend Kohlenhydrate essen!

 

Übrigens kann hier die eigene Ballaststoffaufnahme getestet werden!

 

  • Stopfende Lebensmittel meiden

Vor allem Reis, Polenta, Weißbrot etc. stopfen stark. Im Prinzip sollten jegliche Getreideprodukte in der nicht- Vollkornvariante gemieden werden. Auch die Banane, Heidelbeeren und starker Schwarztee besitzen eine stopfende Wirkung. Hier kann man sich helfen, indem man Reis, Polenta etc. mit Kleie mischt, dem Heidelbeermüsli Leinsamen oder ebenfalls Kleie beimengt.

Weitere Methoden:

  • Nicht ZU fettarm essen
  • Bewegung (schiebt den Nahrungsbrei schneller weiter)
  • Viel Wasser trinken (über den Tag verteilt)
  • Hausmittel:

o   warmes Wasser mit einem Schuss Essig am frühen Morgen

o   Magnesium in Überdosierung, Vitamin C, Fruchtsäuren (z.B. ein Glas Orangensaft am Morgen)

o   Den Saft von eingeweichten Dörrpflaumen trinken

o   Laktose, Laktulose

 

Viel Erfolg!